Heckentag 2026: Hecken als verlässliche Lebensräume für Bestäuber

Veröffentlicht in: Aktuelles aus der Gemeinde Kottes-Purk | 0

Heckentag 2026: Hecken als verlässliche Lebensräume für Bestäuber

Nach dem Winter beginnt für viele Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen die Suche nach Nahrung. Wenn erst wenige Pflanzen blühen, liefern heimische Hecken wertvollen Pollen und Nektar. Beim Heckentag 2026 können ab 1. September wieder heimische Sträucher, Bäume und Heckenpakete aus regionalem Saatgut bestellt werden. Sie bringen Vielfalt in Gärten und schaffen Lebensräume für Bestäuber.

Bestäuber wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge sichern die Fortpflanzung zahlreicher Wildpflanzen und bilden eine zentrale Grundlage für Erträge im Obst- und Ackerbau. Doch schon im anbrechenden Frühjahr treffen viele von ihnen auf ein begrenztes Nahrungsangebot. Nur wenige Pflanzen blühen bereits, viele andere befinden sich noch in der Entwicklung. Auch später verläuft das Jahr nicht gleichmäßig. Phasen mit ausreichend Blüten wechseln sich mit Zeiten ab, in denen Pollen und Nektar fehlen. Für Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge entstehen dadurch blütenarme Zeiten, die darüber entscheiden können, ob ihre Populationen stabil bleiben.

Welche Bedeutung heimische Hecken dabei haben, untersuchte das österreichweite Forschungsprojekt „Heckenleben“ des Vereins Regionale Gehölzvermehrung. Im Fokus standen unter anderem die Blühabfolge heimischer Gehölze und ihre Rolle für die Versorgung von Bestäubern über das gesamte Jahr hinweg. Die Ergebnisse zeigen, dass Hecken aus heimischen Gehölzen wichtige Versorgungslücken schließen können. Während Weiden, Kornelkirschen oder Vogelkirschen im Frühjahr erste Nahrungsquellen bieten, übernehmen später andere Gehölze und die krautigen Pflanzen entlang der Hecken diese Funktion. Dadurch entsteht ein Blütenangebot, das Bestäuber nicht nur während großer Blühphasen versorgt, sondern auch in den Zeiten dazwischen.

Entscheidend ist dabei auch die Herkunft der Pflanzen: „Gehölze reagieren sensibel auf Klima, Boden und Höhenlage, und Pflanzen aus regionalem Saatgut sind an diese Bedingungen angepasst und entwickeln ihre Blühzeiten im Einklang mit ihrer Umgebung“, sagt Landschaftsplaner und Gehölzexperte Klaus Wanninger.

Gerade für spezialisierte Bestäuber ist dieses Zusammenspiel wichtig. Viele heimische Insekten sind auf bestimmte Pflanzen angewiesen und können Arten aus anderen Regionen oder gar von anderen Kontinenten nur eingeschränkt nutzen. „Erst wenn Herkunft, Blühzeitpunkt und Pflanzenart zusammenpassen, entstehen verlässliche Abläufe über das Jahr hinweg“, so Wanninger.

Der Verein Regionale Gehölzvermehrung arbeitet seit über 30 Jahren nach diesem Prinzip und setzt es auch beim Heckentag in Niederösterreich, Wien und dem Nordburgenland um. Saatgut wird in den jeweiligen Regionen von wild wachsenden Gehölzen gewonnen, weitervermehrt und wieder in diese Regionen zurückgebracht. So bleiben Anpassungen erhalten, die für das Zusammenspiel von Pflanzen und Insekten wesentlich sind. Jeder Garten kann dabei Teil dieser Entwicklung sein, denn schon eine einzelne heimische Hecke im Garten kann helfen, Lebensräume zu verbinden und Wildbienen, Schmetterlingen oder Schwebfliegen entlang ihres Weges Nahrung zu bieten.

Beim Heckentag NÖ+ werden Gehölze aus regionalem Saatgut sowie abgestimmte Heckenpakete angeboten, die diese Zusammenhänge berücksichtigen. Bestellt werden kann von 1. September bis Mitte Oktober im Online-Shop unter heckentag.at. Die Abholung erfolgt am 7. November an mehreren Standorten in Niederösterreich, alternativ ist auch eine Lieferung Mitte November möglich.

 

Alle wichtigen Daten:
Bestellfrist: 1. September – Mitte Oktober 2026
Abholung: 7.11.2026 von 9 bis 13 Uhr
Lieferung (alternativ): Anfang bis Mitte November
Kontakt: Heckentelefon +43 (0) 680 2340106; office@heckentag.at (von August bis Mitte
Weitere Infos und Bestelloptionen unter www.heckentag.at

 

Über den Verein Regionale Gehölzvermehrung (RGV):

Der Verein Regionale Gehölzvermehrung (RGV) ist ein gemeinnütziger Verein zum Erhalt der heimischen Gehölzvielfalt. Neben der Umsetzung zahlreicher Biodiversitäts-Projekte, die von Ländern, Bund und EU gefördert werden, veranstaltet der Verein seit über 30 Jahren den Heckentag. Neben Niederösterreich hat die RGV in den letzten Jahren auch in den Bundesländern Salzburg, Kärnten und Steiermark Fuß gefasst. Über 50 RGV-Besammler:innen schwärmen jeden Vollfrühling bis Spätherbst aus und sammeln kiloweise Früchte, aus denen Saatgut gewonnen und anschließend in den RGV-Partnerbaumschulen kräftige Nachkommen gezogen werden. Weitere Informationen unter www.regionale-gehoelze.at

 

Heckenkirsche © RGV – A. Schoche